Günztal Weiderind

Naturschutzorientierte Landwirtschaft - mit dem Günztal Weiderind

Die Region Günztal ist von einer sehr intensiv betriebenen Landwirtschaft geprägt. Artenreiche Wiesen und Weiden benötigen jedoch eine extensive Nutzung, um die Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten zu fördern. Seit 2008 setzen wir uns deshalb mit dem Projekt Günztal Weiderind für eine naturschutzorientierte Landwirtschaft in Form einer naturnahen Weidewirtschaft ein. Gleichzeitig wollen wir dabei die stark gefährdete Nutztierrasse Original Braunvieh zum Einsatz bringen und fördern.

Weidelandschaft bei Hawangen, an der Westlichen Günz

Biologische Vielfalt durch Beweidung

Die extensive Beweidung hat in den vergangenen 20 Jahren in ganz Deutschland für den Naturschutz an Bedeutung stark gewonnen, weil Erfahrungen aus zahlreichen Naturschutzprojekten zeigen konnten, dass damit sehr positive Effekte auf die Biodiversität ausgehen. Auch wir haben die Landschaftspflege mit Weidetieren wieder ins Günztal zurück geholt und wollen diese für unsere Landschaftspflege erproben und etablieren.

Wir setzen dabei auf folgende Vorteile der extensiven Beweidung für die Natur: Durch das langsame und schonende Abweiden der Flächen können Grünlandbewohner wie Vögel oder Insekten viel besser ausweichen. Durch das bevorzugte Fressen bzw. auch verschmähen von Pflanzen, entsteht ein größerer Strukturreichtum auf der Fläche als z.B. beim Mähen. Zusätzliche ökologische Nischen entstehen durch den Tritt und offene Bodenstellen oder auch durch den Kot der Tiere. Und nicht zuletzt können auch wieder Wasserflächen oder Gehölze auf den Weideflächen neu entstehen. Die Tiere passen sich flexibel der Landschaft an, ganz im Gegensatz zur maschinellen Mahd, wo meist die Landschaft an die Erfordernisse der landwirtschaftlichen Mähgeräte angepasst wird.

Mit Hilfe von wissenschaftlichen Begleituntersuchungen können wir bereits nach wenigen Jahren sehr deutlich aufzeigen, wie positiv sich die extensive Beweidung auf die biologische Vielfalt auf den Renaturierungsflächen im Günztal auswirkt.

Kälber der Rasse Original Braunvieh

Original Braunvieh - fördern durch nutzen!

Auf den Naturschutzflächen im Günztal sind die Stärken des „Original Braunviehs“ gefragt, der ursprünglichen und fast vergessenen Rinderrasse des Allgäus. Seit der Einkreuzung ab 1965 mit der amerikanischen Rasse „Brown Swiss“ wurde die ursprüngliche Rasse fast völlig verdrängt. Heute ist das „Original Braunvieh“ in seinem Bestand stark gefährdet und es sind aktuell im Allgäu nur noch ca. 700 Zuchttiere erhalten. Dazu ein Vergleich: Im gleichen Zuchtgebiet beträgt der Rinderbestand des modernen Braunviehs „Brown Swiss“ rund 300.000 Tiere.

Das „Original Braunvieh“ arbeitet im Günztal als Landschaftspfleger, indem es die Naturschutzflächen abweidet und so für den Erhalt der Tier- und Pflanzenvielfalt sorgt. Als robustes und anpassungsfähiges Weiderind erbringen die Tiere auch bei energiearmem Futter eine gute Milchleistung und liefern zudem feinstes Weiderindfleisch. Dies beweist auch die Aufnahme des „Original Braunvieh“ im Allgäu in die sogenannte „Arche des Geschmacks“ von Slow Food. Grund dafür war nicht zuletzt die hervorragende Qualität des Rindfleisches, das auch höchsten Ansprüchen genügt.

Wir wollen das „Original Braunvieh“ im Günztal wieder in ein Nutzungssystem einbinden und damit eine landwirtschaftliche Wertschöpfung erreichen. Denn der beste Erhaltungsschutz ist die Nutzung.

Unterstützen Sie das Günztal Weiderind

Jeder Einzelne kann zum Erhalt der artenreichen Weiden und des „Original Braunviehs“ beitragen und gleichzeitig eine naturschonende Landwirtschaft fördern.

  • Kaufen Sie „Günztal Weiderind“ und überzeugen Sie sich vom Genuss des hochwertigen Weiderindfleischs. Zudem unterstützen Sie damit den Erhalt des „Original Braunviehs“, das auf den Naturschutzweiden im Günztal aufwächst.
  • Sie haben eine Landwirtschaft im Günzgebiet und wollen sich für den Erhalt des „Original Braunviehs“ einsetzen? Arbeiten Sie mit uns zusammen und werden Sie Kooperationspartner.
  • Sie haben das „Günztal Weiderind“ probiert? Lassen Sie uns daran teilhaben: erzählen Sie uns, wo Sie in den Genuss des „Original Braunviehs“ gekommen sind und wie es Ihnen geschmeckt hat.
  • Sie haben das „Original Braunvieh“ auf einer Weide im Günztal angetroffen? Wir freuen uns immer über Fotos und Impressionen auf Facebook.

Günztal Weiderind - bisherige Erfolge und Ausblick in die Zukunft

Wir fördern den Erhalt des Weiderinds, indem wir für die Tiere wieder eine Nutzung sichern. Seit 2008 weiden Rinder der Rasse „Original Braunvieh“ auf Biotopverbundflächen an der Günz. Die Landwirte sind dabei unsere wichtigsten Projektpartner, die mit der extensiven Beweidung der Naturschutzflächen einen wichtigen Beitrag zum Grünlandschutz leisten.

Durch wissenschaftliche Untersuchungen konnten wir bereits nachweisen, dass die biologische Vielfalt auf den Weideflächen deutlich zugenommen hat. Das Projekt „Günztal Weiderind“ wollen wir in Zukunft weiter ausbauen. Dabei möchten wir künftig noch mit weiteren Weidebetrieben zusammen arbeiten und die Marke „Günztal Weiderind“ bei den Verbrauchern bekannter machen.

Durch die Beweidung entsteht eine reichstrukturierte Grünlandvegetation.
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