DBU-Grünlandprojekt

Ein neues Projekt der Stiftung Kulturlandschaft Günztal, gefördert von der Deutschen Bundestiftung Umwelt (DBU), versucht dem Verlust von Artenvielfalt auf Wiesen und Weiden entgegen zu wirken und eine Biotopverbundachse im Günztal zu schaffen. Ein Ziel des Projektes „Naturschutz in Intensivgrünland-Regionen“ ist es, übertragbare Umsetzungsbeispiele für den Erhalt der Artenvielfalt in intensiv genutzten Grünlandregionen zu schaffen.

 

Das Einzugsgebiet der Günz reicht vom Alpenvorland bis zur Donau und ist stark geprägt durch intensive Landwirtschaft. Das Unterallgäu ist der rinderreichste Landkreis Bayerns. Die Wiesen werden bis zu sechs Mal jährlich gemäht, wodurch heute auf einer normalen landwirtschaftlichen Wiese durchschnittlich kaum mehr als 10 verschiedene Pflanzenarten vorkommen. Zudem sind wir die Region im Freistaat, die mit über 12 % den höchsten Grünlandverlust in den letzten Jahren zu verzeichnen hat. Immer mehr Wiesen werden in Maisäcker umgewandelt. Dabei zählt gerade extensiv genutztes Grünland zu den artenreichsten heimischen Lebensräumen.

Hier setzt das neue Projekt „Naturschutz in Intensivgrünland-Regionen – Biotopverbund am Beispiel des Günztals“ an. Aufbauend auf vorliegenden Konzepten und ersten Weideprojekten mit der stark gefährdeten Rinderrasse „Original Braunvieh“, verfolgt die Stiftung mit dem Projekt die folgenden grundsätzlichen Ziele: Die Entwicklung eines Biotopverbundes entlang der Günz von der Quelle bis zur Mündung und die Aufwertung der gebietstypischen Lebensräume, mit besonderem Fokus auf Wirtschaftsgrünland. Es sollen naturverträgliche Nutzungskonzepte mit Flächenbesitzern, Gemeinden und Fachbehörden erarbeitet werden. Außerdem soll über Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung ein Bewusstsein in der Bevölkerung für den Erhalt der Biologischen Vielfalt geschaffen werden.

Ein zentraler Punkt des Projektes wird die Aufwertung von Grünland durch Extensivierung und Wiedervernässung sein. Durch extensive Beweidung mit „Original Braunvieh“ soll auch diese seltene Rinderrasse gefördert werden, hochwertiges Weiderindfleisch erzeugt und artenreiches Extensivgrünland etabliert werden. Zum langfristigen Schutz sollen wertvolle Biotopflächen auch erworben werden. Außerdem ist vorgesehen in der Region anfallende Ausgleichsflächen aus Bauvorhaben gezielt in das Biotopverbundkonzept einzubinden. Neben Grünland sollen auch damit in Kontakt stehende weitere Biotoptypen verbessert werden, wie z.B. naturnahe Quellen, Bäche und Stillgewässer. Das Projekt hat dabei auch die Aufgabe, übertragbare Praxis-Beispiele und Erfahrungen zu liefern, wie am effektivsten mehr Naturschutz im Grünland umgesetzt werden kann.

Das Naturschutzprojekt wird von der DBU in der geplanten Laufzeit von fünf Jahren zu 50 % unterstützt. Die andere Hälfte der Projektsumme von etwa 400.000 € muss die Stiftung KulturLandschaft Günztal über Maßnahmen, Zuwendungen und Spenden Dritter im Projektzeitraum erarbeiten.

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